Es gibt viele Dinge, die Menschen mit Kalifornien verbinden: Palmen, Strände, Hollywood oder den Pacific Coast Highway. Ein Sonnenuntergang in Los Angeles gehört für mich aber genauso auf diese Liste!
Ich habe inzwischen Sonnenuntergänge an den unterschiedlichsten Orten in Südkalifornien erlebt. An Stränden, auf Aussichtspunkten, in den Hügeln über Los Angeles und manchmal einfach zufällig auf dem Heimweg. Und obwohl ich sie inzwischen regelmäßig sehe, gibt es immer wieder Abende, an denen ich kurz stehen bleibe und denke: Das kann doch nicht echt sein.
Denn wenn die Sonne hier langsam Richtung Pazifik sinkt, beginnt der Himmel oft ein Schauspiel, das selbst nach Monaten in Kalifornien nichts von seiner Faszination verloren hat.
Santa Monica: Kalifornien wie aus dem Bilderbuch
Einer meiner liebsten Orte für Sonnenuntergänge ist noch immer Santa Monica.
Vielleicht liegt es daran, dass hier so vieles zusammenkommt, was Menschen mit Kalifornien verbinden. Der breite Strand, der berühmte Pier, die Palmen und dahinter der endlose Pazifik.
Wenn die Sonne langsam tiefer sinkt, verändert sich die Stimmung am Strand fast unmerklich. Das Licht wird weicher. Die Schatten werden länger. Menschen bleiben stehen, holen ihre Handys hervor oder setzen sich einfach in den Sand.
Auf dem Pier spielt vielleicht jemand Gitarre. Kinder laufen lachend über den Strand. Surfer kommen langsam aus dem Wasser zurück. Und irgendwo zwischen all diesen kleinen Szenen verschwindet die Sonne schließlich direkt im Ozean.
Es ist einer dieser Momente, die man auf Fotos festhalten kann, die sich aber in Wirklichkeit noch viel beeindruckender anfühlen.
Elysian Park: Die Stadt zu Deinen Füßen
Wer an Sonnenuntergänge in Los Angeles denkt, denkt meist zuerst an Strände.
Dabei gehören meine Lieblingsorte oft zu den Aussichtspunkten über der Stadt.
Der Elysian Park ist dafür ein perfektes Beispiel.
Von hier oben blickt man über Downtown Los Angeles. Während die Sonne langsam tiefer sinkt, verwandeln sich die Hochhäuser in dunkle Silhouetten. Das warme Abendlicht legt sich über Straßen, Hügel und Gebäude und für einen Moment wirkt die riesige Metropole erstaunlich ruhig.
Was ich an diesem Ort besonders mag: Man bekommt ein Gefühl für die Größe der Stadt.
Nicht die Los Angeles-Version aus Filmen oder Reiseführern, sondern das echte Los Angeles. Eine Stadt, die sich bis zum Horizont erstreckt und jeden Abend aufs Neue in goldenes Licht getaucht wird.
Point Vicente: Mein persönlicher Favorit
Wenn ich heute spontan entscheiden müsste, wo ich einen Sonnenuntergang verbringen möchte, würde ich wahrscheinlich Point Vicente auf der Halbinsel Palos Verdes wählen. Und das liegt nicht daran, dass ich mittlerweile gar nicht weit weg in der South Bay wohne!
Der Blick über den Pazifik ist hier schlicht spektakulär.
Die Klippen fallen steil zum Meer ab, Möwen kreisen über den Wellen und an klaren Tagen kann man bis nach Catalina Island schauen.
Kurz vor Sonnenuntergang verändert sich die gesamte Landschaft. Die Felsen leuchten plötzlich golden, das Meer schimmert in Orange- und Blautönen gleichzeitig und der Leuchtturm von Point Vicente wirkt fast wie aus einer anderen Zeit.
Es ist einer dieser Orte, an denen man automatisch langsamer wird.
Niemand scheint es eilig zu haben.
Die Menschen sitzen auf den Bänken, stehen an den Klippen oder beobachten einfach schweigend, wie die Sonne langsam im Pazifik verschwindet.
San Clemente: Sonnenuntergang südlich von Los Angeles
In San Clemente fühlt sich ein Sonnenuntergang wieder ganz anders an.
Hier geht es nicht um Skylines oder Aussichtspunkte. Hier geht es um Gelassenheit.
Die Sonne steht tief über dem Wasser und taucht den Pier in warmes Licht. Surfer gleiten über die letzten ruhigen Wellen des Tages, Spaziergänger schlendern langsam am Strand entlang und die Geräusche des Tages werden leiser.
Alles wirkt ein wenig entschleunigt.
Fast so, als würde die Stadt gemeinsam mit der Sonne einen Gang zurückschalten.
Wenn der Pacific Surfliner vorbeifährt
Einer meiner Lieblingsmomente in Südkalifornien hat nicht einmal direkt mit einem bestimmten Ort zu tun.
Es ist der Augenblick, wenn der Pacific Surfliner an der Küste entlangfährt, während die Sonne langsam untergeht.
Der Zug gleitet ruhig am Meer entlang, der Himmel färbt sich orange und rosa und der Pazifik wird mit jeder Minute dunkler.
Für einen Moment wirken Bewegung und Stillstand wie eins.
Der Ozean. Der Zug. Der Abend.
Du schaust einfach nur zu und hast das Gefühl, dass hier niemand etwas beweisen muss. Dass es vollkommen reicht, für einen Augenblick da zu sein und den Moment zu genießen.
Griffith Observatory: Wenn die Stadt zu leuchten beginnt
Natürlich darf auch das Griffith Observatory in dieser Liste nicht fehlen.
Viele Besucher kommen wegen des Hollywood Signs oder des berühmten Ausblicks auf Downtown Los Angeles.
Kurz vor Sonnenuntergang zeigt der Ort jedoch seine vielleicht schönste Seite.
Während die Sonne im Westen hinter den Hügeln und manchmal sogar direkt über dem Pazifik verschwindet, beginnt unter einem langsam die Stadt zu leuchten.
Erst einzelne Straßen.
Dann ganze Viertel.
Dann ein Lichtermeer, das sich bis zum Horizont ausbreitet.
Genau dieses Zusammenspiel macht den Ort so besonders. Während oben noch die letzten warmen Farben des Tages am Himmel stehen, beginnt unten bereits die Nacht.
Warum die Sonnenuntergänge hier so besonders sind
Vielleicht ist es genau das, was die Sonnenuntergänge in Los Angeles und Südkalifornien für mich so besonders macht.
Es ist nicht nur das Licht.
Es sind die Orte.
Die Menschen.
Die Stimmung.
Jeder Sonnenuntergang fühlt sich ein wenig anders an. Mal laut und voller Leben. Mal ruhig und nachdenklich. Mal spektakulär und voller Farben. Mal ganz schlicht und trotzdem wunderschön.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Magie Kaliforniens.
Dass man nie genau weiß, welcher Sonnenuntergang der schönste sein wird.
Nur, dass morgen mit großer Wahrscheinlichkeit schon der nächste auf einen wartet.
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